Abtreibung - Schwangerschaftsabbruch: Für das Recht auf einen freien Entscheid

Verhütung

Schweizer Paare verhüten gut
Jede Verhütung kann versagen

SA und Verhütung Je mehr Paare eine sichere Methode zur Verhütung ungewollter Schwangerschaften anwenden, desto niedriger ist die Rate der Schwangerschaftsabbrüche.

Gemäss einer Studie des Guttmacher Institutes (Contraception Is Highly Effective, 5. Juni 2013) fallen in den USA auf Frauen, die eine Verhütung korrekt anwenden, nur 5% aller ungewollten Schwangerschaften (echte Verhütungsversager). Auf Frauen, die Verhütung nicht immer zuverlässig anwenden, fallen 43%, auf die 16% Frauen, die keine Verhütung anwenden, hingegen 52% aller ungewollten Schwangerschaften.
Je mehr Frauen und Paare in einem Land moderne Verhütungsmethoden anwenden (Pille, Implantat, Spirale, Spritze, Kondom, Sterilisation), desto niedriger die Abtreibungsrate (total abortion rate = durchschnittliche Zahl der Abtreibungen pro Frau während ihrer fruchtbaren Jahre).

vgl. auch: "Prävention statt Strafe"
Verhütung senkt Abtreibungszahlen

Schweizer Paare verhüten gut, wie diverse Befragungen ergeben haben:

Angewendete Verhütungsmethoden, in % der befragten Frauen
Befragung GfS 1996
Frauen, 15-45-jährig
Mikrozensus Familie
1994/95 (BFS)
Frauen 20-49-jährig, in
Paarbeziehung lebend
Gesundheitsbefragung 2007 (BFS)
Frauen 15-44-jährig
Pille 31 34,1 21,7%
Präservativ 17 14,2 27,4%
Sterilisation (Mann od. Frau) 13* 22 17,2%
Spirale 6 6 13,2%
"Natürliche" 5 2,3 4,9%
Coitus interruptus 2 2,1
Dreimonatsspritze 1 0,3  
Zäpfchen etc. 1 0,9  
Diaphragma 1  
Femidom  0,4%
Keine
(von diesen Frauen waren
41 % schwanger oder wünschten sich ein Kind,
24 % hatten keine sexuelle Beziehung.
Nur 19 %, d.h. 4 % des Totals, schützten sich nicht vor unerwünschter Schwangerschaft)
22 7
Frau schwanger, unfruchtbar oder ohne sexuellen Kontakt 6,1  
* Bei Frauen zwischen 39 und 45 sind 41 % selbst oder der Partner sterilisiert!    
Quellen:
Repräsentativ-Befragung von 1'000 Frauen im Alter von 15 bis 45 Jahren, GfS-Forschungsinstitut, Mai 1996, publiziert in ANNABELLE Nr. 17-19/1996 Bundesamt für Statistik BFS, Mikrozensus Familie 1994/95 (1998) BFS, Gesundheitsbefragung 2007  (2008)

Allerdings gibt es keine 100-prozentig sichere und für alle taugliche Verhütungsmethode:

Versagerquoten der Verhütungsmethoden  (Pearl Index)
(Schwangerschaften pro Jahr auf 100 Frauen, welche die entsprechende Methode anwenden)
  Typische Anwendung in der Praxis Perfekte Anwendung
Sterilisation Mann/Frau 0,15/ 0,5 0,1/0,5
Pille / Minipille 8 - 9 0,3
Hormonimplantat/Verhütungsstäbchen 0,05 0,05
Dreimonatsspritze 3 - 6 0,3
Gynefix (Kupferkette, Alternative zur Spirale)   0,1 - 0,3
Vaginalring 8 - 9 0,3
Verhütungspflaster 8 - 9 0,3
Spirale  Mirena/Kupfer T 0,2/ 0,8 0,2/ 0,6
Präservativ 15 - 18 2
Diaphragma 12 - 16 6
Präservativ für die Frau 21 5
Zyklusbeobachtung (Knaus-Ogino) 15 - 38 5
Zyklusbeobachtung (Temperaturmessung)   1 - 3
Symptothermale Methode (Rötzer) 2,3 0,4
Verhütungsschwämmchen 12 - 32 9
Spermizide 28 - 29 18
Coitus interruptus 22 - 27 4
Quellen:
Guttmacher Institute, 2012
http://fr.planificacionfamiliarnatural.es/seguridad.html
http://www.contraceptivetechnology.org
James Trussell, doi:10.1016/j.contraception.2011.01.021

Trotz allem kann es daher zu ungewollten Schwangerschaften kommen:

Literatur:
Österreichischer Verhütungsreport 2012. Eine repräsentative Umfrage von Integral-Meinungsforschung im Auftrag des Gynmed Ambulatoriums
The Impact of Contraceptive Failure on Unintended Pregnancy and Abortion.
Sarah E.K. Bradley and Trevor Croft, MEASURE DHS, prepared for the Annual Meeting of the Population Association of America 2010
The potential role of Contraception in Reducing Abortion. J. Bongaarts and Ch.F. Westoff, Studies in Family Planning 2000;31(3): 193-202.
Cicely Marston, John Cleland: "Relationships Between Contraception and Abortion: A Review of the Evidence". International Family Planning Perspectives, Volume 29, Number 1, March 2003

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